vor 2 Stunden
Dilettantisches zu Gemüsezucht, Ruhrgebietskram und Dieter
Wir haben größere Mengen von dem Zeugs geerntet und kleingeschnitten, denn daraus darf Mutter Natur jetzt ein lecker Süppchen kochen.
Das wird jetzt zwei Wochen mit geschlossenem Deckel "reifen". Danach ist in dem Fass das personifizierte Böse. Das stinkt so erbärmlich, dass man sich beim Hantieren ein wenig vorsehen muss. 1:10 bis 1:20 verdünnt, ist der dämonische Saft aber auch der beste Tomatendünger weit und breit.
Ich meine natürlich die linke. Das rechts, das ist der eigentlich schon kompostierte "Unfall", von dem hier schon die Rede war. Kann zwar nicht mithalten, aber wird trotzdem. Weiter geht's mit dem Inhalt des in diesem Jahr von mir annektierten Gewächshauses:
Das sieht ebenfalls gut aus, ich hoffe mal, dass diverse bestäubende Fliegetiere ihren Job auch da drinnen machen.
Das wächst jetzt nicht wie blöde, dazu kommt wohl dann doch nicht genug Licht dahin, aber die Kameraden stehen halbwegs geschützt. Und außerdem stehe ich jedes Mal im Urwald, wenn ich die Haustüre aufmache - das kann ich wohl leiden.

Die verbliebenen zwei Hängetomaten gedeihen prächtig und tun spannende Dinge: Die neuen Triebe "oben" - was tatsächlich unten am Fuß der Pflanze bedeutet - wachsen ganz normal - richtig, normal nach oben, als ob nie etwas gewesen wäre. Der Hauptteil der Pflanze hat derweil eine saubere 180°-Kehre hingelegt und wächst ebenfalls wieder dem Licht entgegen.
In Duisburg scheint's demnach etwas heftiger gewesen zu sein mit dem Aprilwetter. Mir isses auf eine Art recht, der Ast taugt schon für die Brennholzaufbereitung. Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich nicht in Bälde den ganzen Baum dazu packen kann:
Das allerdings ist nicht das einzige Problem: Bei entsprechender Wasserzufuhr läuft allerhand Matsch durch das Loch im Boden der Eimer am Stiel der Pflanzen hinunter:
Die Pflanzen, die nicht in Gänze unmittelbar am Boden der Eimer abgeknickt wurden, sehen ziemlich oft so aus:
Okay, das Wetter dieser Tage ist schlicht und ergreifend Scheiße, Gewitter und Sturmböen kommen und gehen, eigentlich klassisches Aprilwetter.
Vielleicht hätte ich mit der Aktion doch noch bis nach den Eisheiligen warten sollen, die beginnen ja am Sonntag.
Selber schuld. Hättet er nicht Wochen zu spät, und dann auch noch im Dunkeln im Keller angefangen zu keimen, dann müsstet ihr jetzt nicht drin bleiben und könntet schon mit den Anderen draußen spielen. Und jetzt müsst ihr halt noch ein paar Wochen zugucken.
Die hängenden Tomaten... hängen. Endlich. Eigentlich find ich's ganz witzig, mal sehen, was letztlich dabei herauskommt. Für den interessierten Selbermacher erlaube ich mir eine kleine Bastelanleitung zu verzapfen.
Danach sollte es so aussehen und wenn irgendwie möglich, sollten keine abgetrennten Finger in der Nähe herumliegen:
Als nächstes brauchen wir etwas, aus dem wir die "Herausfallsicherung" für die Tomaten bauen können. Ich hab eine der preiswerten Polypropylen-Aufbewahrungsboxen von Ikea genommen. Polypropylen ist prima, weil gut mit der Schere zu schneiden, hinreichend stabil und natürlich wasserfest. Mit dem gerade aus dem Eimerboden herausgeschnittenen Rest ermitteln wir die erforderliche Größe des "Pflasters", es sollte rundherum mindestens einen Zentimeter größer seine als der Ausschnitt im Eimer.
Auf dem ausgeschnittenen Stück markieren wir ungefähr die Mitte und markieren einen Kreis von vielleicht 2,5 - 3 Zentimetern Durchmesser:
Mit der Schere bis zum Kreis einschneiden und die Kreisscheibe ausschneiden:
Der so entstandene "Deckel" wird direkt über dem Boden über die aufzuhängende Tomatenpflanze geschoben:
Das Pflanze bugsieren wir jetzt durch das Loch im Eimer; natürlich von oben, soll ja hängen, das Ding:
Jetzt pulen wir den Anzuchttopf ab und garnieren das Ganze mit einer Handvoll Hornspäne:
Vorsichtig Erde drauf - nicht so wie ich, wie man auf dem Aufmacherbild sieht, da ist nämlich was verrutscht. Also: Position der Pflanze evtl. korrigieren, Eimer vollmachen, angießen, abwarten. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, ob das was Sinnvolles tut.
Ja, die wollen raus. Kommt dieser Tage.
Eigentlich hätte ich das Pflänzchen wohl besser auf den Kompost geschmissen, aber ich dachte mir: Schadet ja nix. Wenn du leben willst, dann mach mal. Heute dann sah's so aus:
Ich rechne noch nicht damit, übernächste Woche ernten zu können, aber da tut sich was. Die obere Hälfte ist zwar abgebrochen, aber das macht jetzt auch nix mehr. Ich wage zu behaupten, dass das noch spannend wird.